Über die Ausstellung

Die Malerei von Katharina Grosse kann überall auftauchen. Ihre raumgreifenden Arbeiten sind multidimensionale Bildwelten, in denen Wände, Decken, Objekte und ganze Gebäude und Landschaften mit leuchtenden Farben überzogen sind. Für die Ausstellung „Katharina Grosse. It Wasn’t Us“ hat die Künstlerin die Historische Halle des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin sowie den Außenbereich hinter dem Gebäude in ein expansives Bild verwandelt, das die bestehende Ordnung des musealen Raums radikal destabilisiert.

„Katharina Grosse. It Wasn’t Us“, Ausstellungsansicht Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, 2020 / Courtesy KÖNIG GALERIE, Berlin, London, Tokyo / Gagosian / Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Wien © Katharina Grosse / VG Bild-Kunst, Bonn 2020 / Foto: Jens Ziehe
„Katharina Grosse. It Wasn’t Us“, Ausstellungsansicht Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, 2020 / Courtesy KÖNIG GALERIE, Berlin, London, Tokyo / Gagosian / Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Wien © Katharina Grosse / VG Bild-Kunst, Bonn 2020 / Foto: Jens Ziehe

Für ihre ortsbezogene Malerei hat sich Katharina Grosse mit großer Geste und leuchtenden Farben über die Begrenzungen des Gebäudes hinweggesetzt: „Ich male mich aus dem Gebäude heraus“, so beschreibt die Künstlerin ihre Arbeit. In einem wochenlangen Prozess ist ein expansives Bild entstanden, das sich über die Historische Halle hinaus in den öffentlichen Raum erstreckt, sich über das weitläufige Gelände hinter dem Museum ausbreitet und schließlich auf der Fassade der 2004 dem Museum angegliederten sogenannten Rieckhallen landet.

Diese kaleidoskopische, multidimensionale Bildwelt bringt die von der Künstlerin gestalteten Farben und Formen, die von Natur gegebenen und von Menschen gebauten Umgebungen sowie die Besucher*innen als Mitwirkende in einem allumfassenden, pulsierenden Farbgeschehen zusammen. Dabei verflüssigen sich die Grenzen zwischen einzelnen Gegenständen, zwischen horizontaler und vertikaler Ausrichtung, und je nach Standpunkt ändern sich die Größenverhältnisse. In der Bewegung durch das Bild eröffnen sich artifizielle assoziationsreiche und doch gänzlich reale Räume, die unsere Sehgewohnheiten, Denk- und Wahrnehmungsformen neu verhandeln.

„Katharina Grosse. It Wasn’t Us“, Ausstellungsansicht Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, 2020 / Courtesy KÖNIG GALERIE, Berlin, London, Tokyo / Gagosian / Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Wien © Katharina Grosse / VG Bild-Kunst, Bonn 2020 / Foto: Jens Ziehe
„Katharina Grosse. It Wasn’t Us“, Ausstellungsansicht Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, 2020 / Courtesy KÖNIG GALERIE, Berlin, London, Tokyo / Gagosian / Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Wien © Katharina Grosse / VG Bild-Kunst, Bonn 2020 / Foto: Jens Ziehe

So wie die Wahl des Ortes und verschiedenste Bedingungen und Faktoren auf den Entstehungsprozess des Gemäldes Einfluss nehmen, so bestimmen auch permanent wechselnde Blickrichtungen und unvorhersehbare Ereignisse den Wahrnehmungsprozess. Der Titel des Werks „It Wasn’t Us“ lässt sich in diesem Sinne als Verweis auf die immer gegebene Komplexität und Unberechenbarkeit einer Situation lesen; einer Situation, in der die Künstlerin ihr Werk schafft, wie einer Situation, in der Besucher*innen das Werk erfahren.

So kann es unkalkulierbare Momente, Geschehnisse oder auch blinde Flecken geben, die das Ergebnis einer Handlung mitbestimmen, die für eine Situation ausschlaggebend sind. Nicht alle Folgen einer Handlung und nicht alle Aspekte einer herbeigeführten Situation lassen sich vorhersehen, und doch ist die Verantwortung dafür zu übernehmen.

Die nur für die Dauer der Ausstellung existierende Malerei verbindet übergangslos den Innenraum des Museums und den Außenraum des Platzes und überführt die vorgefundene Situation in einen Imaginations- und Möglichkeitsraum der Kunst.

„Katharina Grosse. It Wasn’t Us“, Ausstellungsansicht Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, 2020 / Courtesy KÖNIG GALERIE, Berlin, London, Tokyo / Gagosian / Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Wien © Katharina Grosse / VG Bild-Kunst, Bonn 2020 / Foto: Jens Ziehe

Über Katharina Grosse

Katharina Grosse (*1961, Freiburg i. Br.) hat in den vergangenen zwanzig Jahren zahlreiche Einzelausstellungen präsentiert, etwa 2015 im Museum Wiesbaden, 2018 in der Nationalgalerie Prag, in der Villa Medici in Rom, in Carriageworks in Sydney und im chi K11 art museum in Shanghai sowie 2019 im Museum of Fine Arts in Boston, wo eine neue Arbeit in Dialog mit dem Werk „Mural“ (1943) von Jackson Pollock getreten ist. Sie realisierte immer wieder Arbeiten im öffentlichen Raum, etwa 2016 für das MoMA PS1 im Rahmen des „Rockaway!“-Programms in Fort Tilden, New York. Seit 1998 waren ihre Beiträge auf Biennalen und Triennalen in Sydney (1998), São Paulo (2002), New Orleans (2008), Curitiba (2013), Venedig (2015) und Aarhus (2017) sowie in vielen weiteren Gruppenausstellungen zu sehen. 2015 wurde Grosse eingeladen, eine ortsbezogene Malerei in der Versammlungshalle des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses des Deutschen Bundestages anzufertigen. Von 2000 bis 2010 hatte sie eine Professur für Malerei an der Weißensee Kunsthochschule in Berlin inne, von 2010 bis 2018 war sie Professorin an der Kunstakademie Düsseldorf.

Foto: Eric T. White

Besuch planen

LAUFZEIT
14. Juni 2020 – 10. Januar 2021

AUSSTELLUNGSORT
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
Staatliche Museen zu Berlin
Invalidenstraße 50-51
10557 Berlin
www.smb.museum/hbf

EINTRITT
Regulär: 10 Euro
Ermäßigt: 5 Euro
Für Kinder und Jugendliche bis einschließlich des vollendeten 18. Lebensjahrs ist der Eintritt in die Staatlichen Museen zu Berlin kostenfrei.

Bitte beachten Sie, dass für den Besuch der Ausstellung ein Zeitfensterticket benötigt wird, online zu buchen unter www.smb.museum/tickets
Beachten Sie weiterhin, dass aufgrund der Corona-Pandemie beim Besuch der Ausstellung besondere Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen zu befolgen sind. Weitere Informationen dazu erhalten Sie hier.

VERKEHRSVERBINDUNGEN
U-Bahn U55 Hauptbahnhof, U6 Naturkundemuseum
S-Bahn S3, S5, S7, S75 Hauptbahnhof
Tram M5, M8, M10 Hauptbahnhof
Bus 120, 123, 142, 147, 245, M41, M85, TXL Hauptbahnhof

DIENSTLEISTUNGEN
Café/Buchhandlung/Kostenlose Garderobe

ÖFFNUNGSZEITEN

Montag
geschlossen
Dienstag
10 – 18 Uhr
Mittwoch
10 – 18 Uhr
Donnerstag
10 – 18 Uhr
Freitag
10 – 18 Uhr
Samstag
11 – 18 Uhr
Sonntag
11 – 18 Uhr

SONDERÖFFNUNGSZEITEN AN FEIERTAGEN
tbc

Katalog

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Hatje Cantz Verlag. Zweisprachig (dt./engl).
Katharina Grosse. It Wasn’t Us
216 Seiten, 90 Abbildungen
31 x 24 cm, Pappband
Herausgegeben von Udo Kittelmann und Gabriele Knapstein. Mit einem Text von Katharina Grosse und Annika Reich sowie Beiträgen von Julia Eckert, Doris Kolesch, Martina Löw, Daniel Milnes und Heather I. Sullivan.
Preis der Museumsausgabe: 40 Euro
Vorbestellen

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

Der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin beherbergt reiche Sammlungen zeitgenössischer Kunst, die in einer Vielzahl von Ausstellungen gezeigt werden. Er ist das größte Haus der Nationalgalerie, deren umfassende Bestände außerdem in der Alten Nationalgalerie, der Neuen Nationalgalerie, dem Museum Berggruen und der Sammlung Scharf-Gerstenberg zu finden sind.

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Partner

Die Ausstellung wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und Volkswagen.